Globalisierung

Joschka Fischers Gehirnprothesen zum Sozialstaat im ,globalisierten, elektronischen Kapitalismus':
Globalisierung - die ganze Welt als Sachzwang
Globalisierung bezeichnet sachlich einen schrankenlosen Weltmarkt, der alle Länder der Erde den Gewinnstrategien der Unternehmen verfügbar macht. Globalisierung ist das Interesse und das Mittel des Kapitals wie auch der großen Weltwirtschaftsmächte. Wenn aber Globalisierung als Argument auftaucht, ist es immer ideologisch: Es suggeriert eine subjektlose Entwicklung, eine historische Tendenz, auf die sich jede Nation mitsamt ihren arbeitenden und unternehmenden Insassen einstellen muss. Globalisierung ist der verbindliche Code für den ökonomisch-politischen Sachzwang; es hat den Primat der Verwertungsbedürfnisse des Kapitals zur Selbstverständlichkeit und die Senkung des nationalen Lohniveaus zur schieren Notwendigkeit erhoben. Auf Grundlage dieser Ideologie entwickelt der Realo Joschka Fischer seine ,Visionen' von der Zukunft des Sozialstaats und der Harmonie zwischen den rauen Erfordernissen des Weltmarkts, der friedlichen Funktionalität der Massen und des glücklichen Lebens der Individuen.
2/96

USA

Die Antwort der regierenden Demokraten auf die Terrorgewalt vom 11. September:
Mehr Gewalt - nach außen und innen
"Nach dem 11. September wird nichts mehr so sein wie zuvor" verkünden unisono die Führer der "verwundeten" Freiheitsordnung. Das regierte Fußvolk der zivilisierten Musterdemokratien im Allgemeinen und das einer deutschen "Spaßgesellschaft" im Besonderen hat verstanden: Schluss mit lustig! So schiedlich und friedlich wie bisher kann es auf keinen Fall mehr weitergehen mit der schönen freien Welt der Marktwirtschaft und bei der Kontrolle der "Völkerfamilie" durch die einzig dazu berufenen Ordnungsstifter.
12/2001

Lektionen in Sachen moderner Weltpolitik:
War Against Terrorism
Am 7. Oktober haben die USA den Krieg gegen Afghanistan eröffnet. Seitdem werden dort Land und Leute systematisch vom "Mittelalter" in die Steinzeit gebombt. Neben der Verhaftungsaktion der Verantwortlichen für die Terrorakte vom 11. September geht es der amerikanischen Weltmacht mit ihrem "Krieg gegen den Terrorismus" erklärtermaßen auch um die Haftbarmachung eines Regimes für seine mangelnde Kooperationsbereitschaft in Sachen Kampf gegen antiamerikanischen Terror. Dieses Ziel ist so wichtig, dass eines der ärmsten Länder der Welt unter dem Beifall und der Beteiligung der ganzen Welt in Schutt und Asche gelegt wird.
12/2001

Europa


Zur Diskussion über die neue NATO-Militärpolitik

Die neue Sicherheitsstrategie der EU
Worum geht es in dieser Sicherheitsstrategie?
01/05

Was der Terrorismus so alles erzwingt:
Mehr militärische Verantwortung für Deutschland
So soll man das also sehen – die 5000 Toten stehen recht eigentlich für nichts anderes, als dass Deutschland und Konsorten neben den USA die eigentlichen Opfer sind! Wie geht das?
12/2001

Außenminister Fischers antiamerikanische Europa-Visionen:
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Die USA haben den weltweiten Kampf gegen den Terrorismus ausgerufen und alle Staaten der Welt dazu aufgefordert, Antiamerikanismus bei sich daheim und überall auf der Welt zu bekämpfen. Für die europäischen imperialistischen Nationen steht eins fest – sie müssen nicht nur, sondern sie wollen auch an dieser Front ganz vorne mitmischen. Angesichts dieses eindeutigen innerimperialistischen Kräfteverhältnisses macht sich nicht ganz zufällig Außenminister Fischer einige "zukunftsweisende Gedanken" darüber, wie man diesen "unerträglichen Zustand" (SPIEGEL) überwinden könnte.
12/2001

Die Strafmaßnahmen der EU-Staaten gegen Österreich:
Was stört die EU eigentlich an Haider ?
Volle 135 Tage mussten die Österreicher nach ihrer Stimmabgabe warten, bis ihrem Anspruch, von einer starken Regierung regiert zu werden, mit der Koalitionsvereinbarung zwischen ÖVP und FPÖ Recht gegeben wurde. Die österreichische Öffentlichkeit begrüßte die darüber inthronisierte Regierung unter dem Kanzler Schüssel mehrheitlich. Dem neuen schwarzblauen Proporzsystem wurde die Überwindung des alten, im Rückblick fast schon unerträglichen rotschwarzen Proporzsystems zugetraut. Und man attestierte der neuen Regierung „mehr Reformbereitschaft im Dienste eines modernen Europas“ als der alten „verkrusteten“ Mannschaft, von der ja auch nur noch die Hälfte weitermacht. Mitten in diese nationale Aufbruchstimmung platzte dann die Bombe: Die restlichen 14 EU-Staaten beschlossen, alle bilateralen diplomatischen Kontakte auf Regierungsebene einzufrieren, und verhängten damit eine Art Quarantäne über das schwarzblaue Österreich. Alle Versuche der Wiener Regierung, sich in der Folgezeit dieser Sanktionen zu entledigen, sind bis heute von den EU-Staaten – vor allem von Deutschland und Frankreich – zurückgewiesen worden. Stellt sich also die Frage, was die restlichen EU-Regierungen an der Schüssel-Mannschaft auszusetzen haben. Genauer gefragt, weil sich ja alle Einwände auf die Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen konzentrieren: Was stört die EU eigentlich an Haider?
7/2000

Der Euro soll leisten, was die DM nicht schafft:
Der Euro - ein imperialistisches Projekt neuen Typs
Wer ein so anerkannt gutes Geld wie die DM aus freien Stücken abschafft, um sich mit anderen, weniger gefragten, europäischen Geldern zu einer neuen Währung zusammenzutun, muss wirklich Großes im Sinn haben. Die Euro-Strategen wollten die Vorherrschaft des einzig wirklichen Weltgelds, des Dollars nicht länger hinnehmen; der Euro ist als zweites Weltgeld geplant und stellt damit eine Kampfansage an das amerikanische Geld dar. Der Euro soll - wie der Dollar - eine unbestreitbare Existenz von Reichtum werden, an dem kein staatlicher oder privater Geldbesitzer rund um den Globus mehr vorbeikommt. Mit dem imperialistischen Instrument eines Weltgeldes wollen die Europäer nicht nur ihre Ökonomie fördern. Die Euro-Staaten wollen selbst Nutznießer des Euros werden und mit ihrem Machzuwachs das Kräfteverhältnis unter den Nationen zu ihren Gunsten ändern. Das politische Kalkül mit dem Euro zielt auf mehr Reichtum, der sich in mehr Macht ummünzen lässt und umgekehrt auf einen Machtzuwachs, der den Zugang zu mehr Reichtum eröffnet. Die Mittel und Methoden zur Schaffung des europäischen Weltgeldes verfolgen das Ideal, über politische Maßnahmen zur Stabilitätssicherung des Euro seine ,Attraktivität' für internationale Anleger und damit seinen auf den Devisenbörsen notierten Kurs politisch sicherzustellen. Die mit dem Euro verbundenen weltpolitischen Ambitionen der europäischen Staaten sind allerdings nicht ohne Widersprüche. Die Euro-Staaten geben die Souveränität über ihr Geld im Sinne des gemeinsames Geldes auf, wollen aber doch als individuelle, auch gegeneinander konkurrierende Nationalstaaten den Nutzen aus der Gemeinschaftswährung ziehen; die neue Gemeinschaftswährung zerfällt weiterhin in fünfzehn verschiedene Nationalrechnungen. Ausgerechnet diese beispiellose Konstruktion soll das Vertrauen ,der Märkte' gewinnen und dem Euroimperialismus in Konkurrenz gegen den Dollarimperialismus auf die Sprünge helfen!
3/98

Der Fundamentalismus des neuen Geldes krempelt das Land um:
Was wegen des Euro alles sein muss
Aus der stabilen Mark darf kein ,Euro-light' werden. Die Macher des Euro haben sich daher nicht wenige ,Hausaufgaben' betreffs der staatlichen Verschuldungsquote verordnet. 'Die Nation hat über ihre Verhältnisse gelebt' lautet die Diagnose und ,Sparen, Sparen, Sparen' das Rezept. Eine Radikalkritik bundesrepublikanischer Lohn- und Arbeitsverhältnisse wird tatkräftig praktisch gemacht. Die Sorge um solide Finanzen lässt eine Rücksicht auf Land & Leute nicht zu. Während sich die wie immer gnadenlos guten Deutschen noch fragen, ob ihnen das europäische Geld einmal schaden wird, wird ihr Lebensstandard von echt deutschen Politikern längst auf Euro-Norm zurechtgestutzt.
3/98

In ,Konkret' gibt es noch radikale Kritik an den Vorhaben der deutschen Nation:
Der Euro und die Anti-Deutschen
Mit dem Projekt Euro befassen sich die Konkret-Autoren nur in einer Hinsicht: Zum Zwecke der Abrundung und Bebilderung ihres anti-deutschen Sittenbilds vom abartigen, weil deutschen Imperialismus, seiner besonderen Verwerflichkeit und seines - sogar gegen jede kapitalökonomische Vernunft gerichteten - Vergrößerungswahns, mit dem er zum drittenmal in diesem Jahrhundert die im Verhältnis zu ihm geradezu heile Welt von Geld, Kapital und imperialistischer Konkurrenz zu überziehen versucht. Für die - wäre sie nur deutschlandfrei - zeigen die Anti-Deutschen ziemlich offen Sympathie. Alles in allem: Ein sich links gerierender Wahn.
3/98

Kosovo-Krieg

Eine neue Weltordnung wird etabliert:
Krieg im Namen der Menschenrechte
Die Weltordnungsmächte der NATO-Allianz emanzipieren mit ihrem Menschenrechtskrieg das legitime Kriegführen von den bislang geltenden Bestimmungen des Völkerrechts. Die Weltführungsmacht USA und ihre Alliierten verleihen sich mit dem Kosovo-Krieg selbst das Recht, die Menschenrechtslage in einem x-beliebigen Staat der Welt zu definieren, sie nach Gutdünken, also gemäß ihrer weltpolitischen Interessen, für 'untragbar' zu erklären und das so inkriminierte Land unter dem Beifall bzw. der Mitwirkung der 'Gemeinschaft der Wohlmeinenden' mit einem 'gerechten Krieg' in die Knie zu zwingen. Die Souveränitätsrechte der beaufsichtigten Staatenwelt wird so grundsätzlich und offiziell relativiert; die ,Einmischung in die inneren Angelegenheiten' aller Staaten wird zum Recht der NATO. Nachdem das Patt des Ost-West-Konflikts endgültig überwunden ist, nimmt die 'neue Weltordnung' deutlich Konturen an.
5/99

Ein gelungener Wiedereinstieg ins militärische Weltordnen:
Von deutschen Boden geht wieder Krieg aus
Krieg im Namen der Menschenrechte. Für Deutschland genau der passende Titel, wieder in der erlauchten Allianz der kriegberechtigten Weltaufsichtsmächte mitzumischen. Der Krieg, der von nun an wieder von deutschem Boden ausgeht, ist so gerecht wie nie: Den Einsatz ihrer Tornados wollen die regierenden und opponierenden Deutschen nicht einmal als Krieg, sondern als eher polizeilichen ,Einsatz militärischer Mittel' zur internationalen Verbrechensbekämpfung verstanden wissen. Die Lehre aus zwei verlorenen Weltkriegen lautet heute nicht mehr "Nie wieder Krieg!", sondern "Nie wieder Krieg allein gegen den Rest der Welt; Krieg nur im Bündnis mit den Stärksten". Im Luftraum über dem Balkan ist das Zeitalter des neuen schwarz-rotgrün-goldenen Bündnis-Militarismus definitiv neu eröffnet.
5/99

Der Waffenstillstand auf dem Balkan:
Eine abweichende Leistungsbilanz des NATO-Sieges
Militärisch ist Jugoslawien klar gemacht worden, wie fundamentalistisch westliche Ordnungsvorstellungen gemeint sind: es ist rücksichtslos zusammengebombt worden; unter der tatkräftigen Mitwirkung der Anrainerstaaten ist die ganze Region zum Aufmarschgebiet der NATO geworden. Das politische Resultat dieses Krieges ist die bedingungslose Kapitulation eines renitenten Staatszwecks. Der Rest der Staatenwelt hat die exemplarische Bedeutung dieser ,Ordnungsstiftung' wohl verstanden: Auf die Diktate ,des Westens' muss weltweit gehört werden, eine Souveränität der Staaten über ihre inneren Angelegenheiten gibt es nur noch eingeschränkt. Selbst die Schutzmacht aller Serben, Russland, hat sich das gefallen lassen. Mit ihrem Sieg steigt der Anspruch der Weltaufsichtsmächte: Restjugoslawien soll die verlässliche Unterordnung seiner Staatsräson unter die Weltpolitik des Westens selbst betreiben, d.h. Milosevic zum Teufel jagen, Demokratie einführen und einen west-orientierten Präsidenten wählen.
7/99

Der ,Stabilitätspakt für den Balkan' vollstreckt die NATO-Ordnungskompetenz:
Nach dem Sieg machen sich die NATO-Humanisten ans Aufräumen
Die mächtigste Befreiungsbewegung der Welt hat sich die Hoheit über das Kosovo und die ganze Region erfochten. Der Realisierung ihres Anspruchs auf eine Balkanordnung nach ihrer Fasson steht nichts mehr im Weg. Der "Stabilitätspakt für den Balkan" soll die Funktionalität der Region als willfähriges Hinterland Europas herstellen. Als erstes muss die öffentliche Ordnung wiederhergestellt und die Leute an Demokratie gewöhnt werden. Die Vollstreckung des Friedens, den die NATO herbeigebombt hat, gehört selbstverständlich unter die deutsche Regie!
7/99

Bomben auf den Balkan - Muss es wirklich sein?
Die fünf populärsten Einwände gegen den NATO-Krieg im Kosovo und wie sie die Politik - problemlos - abschmettern kann
Für kriegführende Nationen ist es Sitte, ihren Schlächtereien die hehrsten Zwecke nachzusagen und dem Feind jede Moral abzusprechen; eine Nation führt immer einen gerechten Krieg gegen Verbrecher. So soll der Krieg im Kosovo eine humanitäre Katastrophe verhindern, die Menschenrechte wiederherstellen und als Akt humanitärer Hilfe verstanden werden. Alle kritischen Einwände zielen darauf ab, dass diese hehren Ziele mit den Bomben nicht oder nur unvollständig oder mit zu vielen ,Kollateralschäden' zu verwirklichen wären. Sie glauben damit den westlichen Kriegsherren aufs Wort.
7/99

,Wir' und der Jugoslawien-Krieg:
Anmerkungen zu den Unarten des Nationalismus von unten
Die Regierung führt Krieg - und das Volk macht sich Sorgen um seinen erfolgreichen Ausgang. Die Regierung will den von Serben unterdrückten Kosovaren helfen - und das Volk verwandelt seine Ausländer-Raus-Mentalität postwendend in ein tiefes Mitgefühl für die armen Balkanesen. Auf die Idee, die ,ethnischen Säuberungen' erst einmal in Deutschland zu beenden, kommt keiner. Stattdessen leuchtet jedem anständigen Deutschen sofort ein, dass die Beendigung der verbrecherischen Umtriebe eines Milosevics ohne einen High-Tech-Krieg einfach nicht zu haben ist. Anlässlich unschöner ,Kollalateralschäden' wird nicht etwa die Hilfsabsicht des NATO in Frage gestellt, sondern die Treffsicherheit ihrer ,intelligenten Bomben'. In gnadenloser Konstruktivität überlegt der deutsche Bürger, wie der Krieg effektiver zu führen sei. Nichts schweißt Volk & Führung so nahtlos zusammen wie der ,Ernstfall'.
7/99

Krieg & Kritik I: Die grünen Pazifisten:
Der alternative Imperialismus der grünen Pazifisten
Die Beteiligung Deutschlands am NATO-Krieg gegen Jugoslawien stürzt die noch übriggebliebenen grünen Pazifisten in große Gewissensnöte: Ausgerechnet ihr Außenminister führt Krieg im Kosovo. Die Friedensfreunde sind allerdings weder bereit, die Adresse ihrer Hoffnungen auf eine bessere Welt, die grüne Partei, noch ihren Anspruch auf Mitsprache bei den Bonner Amtsgeschäften kampflos aufzugeben und formieren sich zur Gegenwehr. Alternative Konzepte zu einer friedlichen Kosovo-Politik sollen aller Welt vor Augen zu führen, dass es auch anders geht. Mit ihrer Verurteilung des Krieg als Mittel der Politik bleibt deren Zweck allerdings außen vor. Keiner der alternativen Strategen kritisiert auch nur im Ansatz den imperialistischen Zweck der NATO-Schläge; dass 'wir' im Balkan für Ordnung sorgen und unsere Sorte Frieden dort stiften müssen, ist die selbstverständliche Grundlage ihres Protest wie ihrer Alternativvorschläge.
7/99

Krieg & Kritik II: Die PDS:
Patriotische Argumente gegen den Krieg
Die PDS erklärt als einzige Partei ihre entschiedene Gegnerschaft zum Krieg und handelte sich damit postwendend den Verdacht ein, als 'fünfte Kolonne Belgrads' den Schulterschluss der Nation sabotieren zu wollen. So ungerecht hat sich Gysi selten behandelt gesehen. Zu Recht, war sein Einspruch doch von lauter Verantwortungsbewusstsein für den Erfolgsweg Deutschlands getragen.
7/99

Krieg & Kritik III: Die Linken von 'Konkret':
Antideutsche Argumente gegen den Krieg
Während die Linken von der PDS in voller Verantwortung der Nation gegenüber vor den schädlichen Folgen der deutschen Kriegsbeteiligung für den künftige Status Deutschlands in der Weltpolitik warnen, halten die Linken von Konkret in ihrer manischen Angst vor einem Wiedererstarken des deutschen Faschismus den ganzen Balkan-Krieg umgekehrt für einen genialen Schachzug Deutschlands zum imperialistischen Wiederaufstieg. Ein verschrobenes Weltbild.
7/99

Dritte Welt

Freundschaft mit Terroristen wird bestraft:
Wer sich die falschen Terroristen als Asylanten hält, wird vom „Mittelalter" in die Steinzeit zurückgebombt!
Nach den Terroranschlägen auf das Pentagon und das World Trade Center war dem Führer der amerikanischen Großmacht absolut klar, wo die Schuldigen zu suchen sind: Sie sind überall dort, wo sich Antiamerikanismus breit macht! Nicht umsonst hat man sich im Pentagon dazu entschieden, Afghanistan als erstes Ziel ins Visier zu nehmen. Denn hier herrscht ein Regime, das sein gutes nationales Weißwarum nicht von Washington, sondern vom Allerhöchsten absegnen lässt und dem "meistgesuchten Terroristen der Welt" islamisches Gastrecht gewährt.
12/2001

Gemäkel am afghanischen Kanonenfutter:
Nordallianz - Mord-Allianz
In einer Hinsicht musste die "Wahrheit" in diesem Krieg nicht unter einem Mangel an "objektiver und unabhängiger Information" leiden. Die meinungsbildenden Hindukuschexperten von SZ et al. konnten hinlänglich ihre "Archive des Grauens" plündern, um ihre Leserschaft schonungslos und befriedigend aufzuklären über über die vormalige "Schreckensherrschaft" der afghanischen "Stammesfürsten" & "Warlords", die jetzt als unsere freiheitlichen Bodentruppen unterwegs sein dürfen.
12/2001

Vernunft und Verrücktheit in der Weltordnung:
Wie verrückt sind die Islamisten?
An Denkverbote hat sich die Landplage ja noch nie gehalten. Seite an Seite mit der Bundesregierung um die Wiederherstellung der militärischen Unverletzlichkeit der Weltmacht Amerika zu kämpfen, war vor dem 11. September nicht unser Hauptanliegen. Danach wird es das auch nicht sein. Stattdessen erlauben wir uns ein paar Überlegungen zu Tat und Tätern.
12/2001

Der Hunger in Afrika und seine 'Bekämpfung':
Am kapitalistischen Wesen soll die Welt genesen
Folgt man der bürgerlichen Moral, verdankt sich das Elend in Afrika der Abwesenheit westlicher Werte; deren Export in die Dritte Welt ist somit das Rezept des Imperialismus. Der mit solchen hilfreichen Empfehlungen anvisierte Nutzen für die imperialistische Weltordnung ist allerdings unübersehbar: Der Export der Marktwirtschaft in die Dritten Welt richtet sich im Klartext auf die freie Verfügbarkeit aller natürlichen Reichtümer, eine gute Regierung soll stabile politische Voraussetzungen für die Benutzbarkeit dieser Länder garantieren, während die Nachahmung der Demokratie dafür bürgen soll, dass die ruinösen Wirkungen dieses Treibens nicht immer wieder zu Rebellionen und Destabilisierung führt. Darüber hinaus lassen die federführenden Agenten des Imperialismus keinen Zweifel daran, dass sie sich - selbstverständlich im Namen dieser hohen Werte - das Recht auf Aufsicht und Kontrolle aller Geschehnisse in diesen Regionen vorbehalten. Von einer diplomatischen Nötigung und ökonomischen Erpressung über eine geharnischte "humanitäre Hilfe" bis zu einer militärischen Einmischung wird ganz ungeniert das ganze Arsenal des Hineinregierens und Kontrollierens abgewogen und im Bedarfsfall eingesetzt.
5/97

Der "globale Kapitalismus" und sein aktuelles Abfallprodukt:
Das Hunger- und Flüchtlingselend im Herzen Afrikas
Die weidlich in Funk und Fernsehen ausgebreiteten Elendsverhältnisse Afrikas sollen mit der Betroffenheit über die vielen menschlichen Schicksale gleichzeitig das Urteil illustrieren, dass sich das ganze Elend letztlich nur dem saumäßigen Zustand der Herrschaft dort unten verdankt! Wo viel gehungert und krepiert wird, da kann es mit der Staatlichkeit nicht weit her sein, das leuchtet dem zivilisierten Staatsbürger als Generalgrund für das Elend in Afrika locker ein. So gesellt sich zum tiefen menschlichen Entsetzen über das Elend in Afrika die ebenso tiefe Einsicht, dass die Afrikaner letztlich selber daran schuld sind. Die Politökonomie des Hungers geht allerdings anders wie die bürgerliche Moral.
5/97

Die Stammesfehden - ein ,Ausbruch archaischen Bewusstseins?'
Der Sinn des ,sinnlosen Blutvergießens' in Afrika
Es sind nicht archaische Relikte, sondern die Zivilisationsexporte des Imperialismus, welche die afrikanischen Stämme in Verhältnisse stellen, in denen sie das wechselseitige Abschlachten als ihr Lebensmittel betrachten. Bei den Massakern in Afrika geht es nicht um Wasser-, sondern um Geldquellen.
5/97

Das Lome-Abkommen - eine Entwicklungshilfe zur Stabilisierung der Ausbeutung der ,ärmsten der Armen':
Die AKP-Staaten - ein Hinterhof Europas
Entwicklungshilfe wird gnadenlos vergeben: Mit den Finanzhilfen des Lome-Abkommens sorgt die EU dafür, dass der An- und Abbau von Rohstoffen in der Dritten Welt weitergehen kann, obwohl er die einschlägigen Länder längst in den Ruin getrieben hat. So sorgen die EU-Staaten dafür, dass ihrer Geschäftswelt die AKP-Staaten als einigermaßen funktionstüchtige Zulieferer von agrarischen und mineralischen Rohstoffen erhalten bleiben - und zwar zu tendenziell fallenden Preisen.
5/97

Alle paar Jahre wieder: Eine Schuldeninitiative von IWF und Weltbank
Kleine Geschenke erhalten die Abhängigkeit
Umschuldungsaktionen werden fällig, wenn die Schuldnerländer nicht einmal mehr die Zinsen für ihre Schuldenberge zahlen können. Die Wiederherstellung ,normaler' Kreditverhältnisse verhindert den überfälligen Staatsbankrott, retten die reduzierte Schuldensumme als Guthaben der Gläubigerländer, befähig und verpflichtet die Schuldnerländer zur weiteren Kreditbedienung, nützt die etablierte Zinsknechtschaft zur totalen Herrichtung der Länder zu billigen Rohstofflieferanten des Imperialismus aus und - was das schönste ist - überhöht die imperialistische Zurichtung der betroffenen Länder zu einem Akt selbstloser Humanität.
5/97